Warum die CO₂-Bilanz von Mineral- und Leitungswasser unterschiedlich ausfällt

Die Mineralbrunnenbranche ist sich ihrer ökologischen Verantwortung bewusst und arbeitet seit Jahren an der Optimierung der CO₂-Bilanz für Mineralwasser durch eine Vielzahl von Maßnahmen. Die Optimierung der Produktionsprozesse und des Flaschendesigns, die Reduzierung der Flaschen- und Kistengewichte, der zunehmende Einsatz von PET-Einwegflaschen mit hohem Recyclinganteil und nicht zuletzt die Inverkehrbringung klimaneutraler Produkte haben die Ökobilanz für das Naturprodukt Mineralwasser signifikant verbessert.

Wie bei jedem anderen Lebensmittel lässt sich auch für Mineral- und Leitungswasser der CO2-Fußabdruck errechnen und in einer Klimabilanz ausweisen. Bei der Abfüllung, Flaschenproduktion, Distribution und der Einkaufsfahrt des Verbrauchers wird bei Mineralwasser Energie aufgewendet und damit CO2 in die Umwelt emittiert. Für Leitungswasser lassen sich allerdings keine einheitlichen Ökobilanz-Aussagen treffen. Der Energieverbrauch und damit die CO2-Emissionen hängen entscheidend von der Art der Wasseraufbereitung ab, die regional sehr unterschiedlich sein kann.

 

Die Mineralbrunnenbranche war und ist sich ihrer ökologischen
Verantwortung bewusst

Die Mineralbrunnenbranche ist im Gegensatz zu vielen anderen Segmenten im deutschen Lebensmittelmarkt nach wie vor eine stark lokal und regional geprägt. Damit sind die für die Distribution vom Hersteller zum Handel anfallenden CO2-Emissionen deutlich kleiner als in Marktsegmenten, die von internationalen Anbietern dominiert werden.

Höhere Produktivität bei der Herstellung, konstruktive Veränderungen in der Flaschengestaltung und Energieeinsparungen bei der Produktion haben die CO2-Bilanz der PET-Flasche in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. Insbesondere konnte das Gewicht vergleichbarer PET-Einwegflaschen von ursprünglich zirka 50 bis 80 Gramm auf das heute gängige Gewicht von 12 bis 35 Gramm reduziert werden. Diese Gewichtsreduzierung fand analog auch in den Getränkekästen statt.

Die seit Anfang 1990 eingesetzten PET-Mehrwegflaschen sind aus Gründen der Stabilität schwerer. Sie können aber auch 25 Mal wieder befüllt werden. Mehrwegflaschen, in der Regel Pool-Flaschen, die von unterschiedlichen Brunnen genutzt werden können, sind insbesondere dann umweltfreundlich, wenn sich der Verbraucher für kurze Transportwege, das heißt für Mehrwegkästen von lokalen oder regionalen Anbietern entscheidet. Eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg bezeichnet Getränke dann als regional, wenn sie nicht weiter als 130 Kilometer transportiert werden.

Das Angebot von PET-Einwegflaschen mit hohem Recyclinganteil, die die CO2-Emissionen spürbar reduzieren, ist in den letzten Monaten sprunghaft angestiegen. Mehr und mehr werden gebrauchte Trinkflaschen aus PET in ein zweites Leben entlassen und zu 100 Prozent zu neuen Trinkflaschen verarbeitet. Das „bottle to bottle Recycling“, ein ressourceneffizientes Verfahren, das signifikante Mengen von Wasser und Erdöl zur Herstellung neuer PET-Flaschen spart,  schreddert sortierte PET-Flaschen in PET-Flakes, die in einem mehrstufigen Prozess zu lebensmitteltauglichem Rezyklat (rPET) verarbeitet werden, um daraus neue PET-Flaschen zu machen. Zunehmend werden in Deutschland PET-Einwegflaschen mit einem Recyclinganteil von 100 Prozent angeboten.

Viele Anbieter von Mineralwässern haben in den letzten Jahren intensiv daran gearbeitet, durch Vermeiden und Reduzieren des Treibhausgases ihren CO2-Fußabdruck über die gesamte Prozesskette zu verringern. Aktuell gelingt es immer mehr Mineralbrunnen in Zusammenarbeit mit ausgewählten zertifizierten Klimaschutzpartnern ihre verbleibenden CO2-Emissionen komplett zu kompensieren.

Damit sind diese Unternehmen bzw. Marken klimaneutral entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Verpackung, Abfüllung bis hin zum Transport und der Rückführung der Mehrwegflaschen, d.h. die Produkte haben keine das Klima beeinflussende Wirkung. Um klimaneutral zu werden, betrachten diese Mineralbrunnen nicht nur die direkten und indirekten Emissionen am Standort (Scope 1 und 2), sondern auch die durch Lieferanten und Partner verursachten indirekten Emissionen (Scope 3).

Damit hat Leitungswasser gegenüber den klimaneutralen Mineralwasserprodukten keine Vorteile mehr hinsichtlich des klimaschädigenden CO2-Fußabdruckes. Mit der Erstellung einer aussagefähigen CO2-Bilanz beginnt für die Mineralbrunnen zeitgleich die Arbeit, die Prozesse im Unternehmen ständig nach weiteren CO2-Reduktionsmöglichkeiten zu untersuchen, um den verbleibenden CO2-Footprint, der jährlich durch entsprechend zertifizierte Klimaschutzprojekte zumeist in Entwicklungsländern kompensiert werden muss, systematisch und kontinuierlich zu verringen.

 

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