Warum Mineralwasser in der Vielfalt des Mineralstoffangebots gegenüber Leitungswasser deutliche Vorteile aufweist

Häufig heißt es, dass Leitungswasser höher oder vergleichbar mineralisiert sei als Mineralwasser. Um dies zu belegen, werden in der Regel die Vergleiche ausschließlich zwischen Mineralwasser ohne Kohlensäure (Marktanteil 28 Prozent) und Leitungswasser angestellt. Dabei wird übersehen, dass kohlensäurefreie Mineralwässer eigenen sensorischen und physikalischen Gesetzen unterliegen, die den Mineralstoffgehalt dieser Produktgruppe deutlich beeinflussen können. Unabhängig von diesen produktspezifischen Besonderheiten hat der Verbraucher an jedem Ort in Deutschland die Möglichkeit, auch bei stillen Mineralwässern aus einer Vielzahl unterschiedlich mineralisierter Mineralwasserprodukte auszuwählen. Er ist nicht wie bei Leitungswasser auf das eine von den jeweiligen Wasserversorgern vor Ort angebotene Leitungswasser angewiesen, dessen Mineralstoffgehalte er in der Regel nicht einmal kennt.

Der bis 1984 in Deutschland gültige Grenzwert bei Mineralwasser (Mindest-Mineralstoffgehalt von 1.000 Milligramm) wurde durch die notwendige europäische Harmonisierung gestrichen. Die heutige Spannweite beim Gesamt-Mineralstoffgehalt reicht von unter 50 Milligramm pro Liter bis zu deutlich mehr als 2.500 Milligramm pro Liter.

Dem Leitungswasser können je nach Bedarf Mineralstoffe zugesetzt oder entzogen werden. Die Mineralstoffe von Mineralwasser werden beim Sickern des Wassers durch die Gesteine ausgelöst und sind naturgegeben und dürfen hinsichtlich Menge und Zusammensetzung nicht verändert werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Geschwindigkeit, mit der sich das Niederschlagswasser immer tiefer in das Gestein vorarbeitet: Je langsamer dies geschieht, desto mehr Mineralstoffe kann das Wasser lösen.

Der wiederholt unter der Überschrift „Mineralwasser: Mythos Mineralstoffe“ angestellte Vergleich durchschnittlicher Mineralstoffgehalte von Leitungs- und Mineralwässern ist in der Regel irreführend. Als Vergleichsbasis werden bei Mineralwässern in vielen Fällen oft nur die kohlensäurefreien Produkte herangezogen, die am Gesamtmarkt der verkauften Mineralwässer nur einen Anteil von 28 Prozent in Deutschland haben. Viele Brunnen bieten ihre Mineralwässer ohne CO2 mineralstoffärmer aus anderen Quellvorkommen an, weil die Mineralstoffe hoch mineralisierter Wässer aufgrund der fehlenden Bindung (= Lösung) durch die Kohlensäure die Neigung haben, auszufallen, um sich in Form von weißen Kristallen am Flaschenboden abzusetzen. Dies beeinflusst zwar nicht die Qualität des Wassers, wird aber von vielen Verbrauchern kritisch gesehen. Darüber hinaus haben Mineralstoffe einen starken Eigengeschmack, der bei kohlensäurehaltigen Wässern nahezu kaum spürbar ist, aber bei kohlensäurefreien mineralstoffreichen Produkten eher auf Ablehnung beim Verbraucher stößt. Deshalb werden im Segment der kohlensäurefreien Mineralwässer verstärkt leichter mineralisierte Produkte angeboten und vom Konsumenten bevorzugt getrunken.

Natürliches Mineralwasser ist ein Spiegelbild seiner Region – Leitungswasser
hingegen ein technisches Produkt

Da jede Gesteinsart Mineralstoffe in unterschiedlicher Konzentration und Zusammensetzung enthält, ist jedes natürliche Mineralwasser ein Spiegelbild seiner Region und ihrer typischen Gesteinsformationen. Dank der individuellen Entstehung ist jedes Mineralwasser ein Unikat – in Bezug auf seine Mineralstoff-Kombinationen und seinen individuellen Geschmack. Das Mineralwasseretikett beantwortet Verbraucherfragen: Herkunft und charakteristische Inhaltsstoffe sind im Gegensatz zum anonymen Produkt Leitungswasser auf den ersten Blick sichtbar.

Die Aufbereitung von Leitungswasser hingegen erfolgt nicht nach ernährungsphysiologischen Aspekten, sondern nach technischen Überlegungen. Denn Leitungswasser wird nur zu 5 Prozent zum Trinken verwendet und 95 Prozent entfallen auf ganz andere Zwecke wie Duschen oder Putzen. Leitungswasser muss daher bezüglich seiner Wasserhärte und seines Gehaltes an gelösten Mineralstoffen möglichst neutral beschaffen sein. Deshalb können dem Leitungswasser je nach Bedarf Mineralstoffe zugesetzt oder entzogen werden.

Während der Verbraucher bei Leitungswasser nur auf das eine von den Wasserversorgern zur Verfügung gestellte Produkt angewiesen ist, hat er bei Mineralwasser an jedem Ort in Deutschland die Möglichkeit, aus einer Vielzahl völlig unterschiedlich mineralisierter Mineralwasserprodukte in verschiedenen Kohlensäurevarianten auszuwählen, um das Naturprodukt zu trinken, das er aus geschmacklichen und/oder ernährungsphysiologischen Gründen bevorzugt.

Das vielfältige Mineralwasserangebot bietet hinsichtlich des Mineralstoffangebotes dem Verbraucher an jedem Ort und für jeden Zweck (Sport, Babynahrung, natriumarm, kochsalzarme Ernährung, Übersäuerung etc.), das im Vergleich zu Leitungswasser deutlich überlegene Angebot in Form eines Naturprodukts.

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