Die unterschiedliche Herkunft von Leitungs- und Mineralwasser

Warum nur Wasser aus der Tiefe natürlich rein ist

Geschichte und Herkunft von Leitungswasser und Natürlichem Mineralwasser sind unterschiedlich. Während Letzteres unterirdischen Wasservorkommen entstammt, die vor Verunreinigungen besonders gut geschützt sind, wird Leitungswasser sowohl aus Grund- als auch aus Oberflächenwasser gefördert. Dieses Rohwasser muss im Gegensatz zu Mineralwasser nicht natürlich rein sein und ist in der Regel ohne Aufbereitung nicht genusstauglich. Je nach Qualität reinigen es die Wasserversorger mit einer Vielzahl von Verfahren und Chemikalien, damit Verbraucher es bedenkenlos trinken können.

Mineralwasser ist ein natürliches – Leitungswasser ein technisches Produkt

Mineralwasser sickert als Teil des natürlichen Wasserkreislaufes über Jahrzehnte hinweg tief ins Innere der Erde und lagert dort gut geschützt vor äußeren Einflüssen. Es ist daher von natürlicher Reinheit, das heißt bereits an der Quelle mikrobiologisch und chemisch einwandfrei und muss direkt am Quellort in Flaschen abgefüllt werden. Leitungswasser hingegen kann aus Rohwässern unterschiedlichster Herkunft hergestellt werden.

Das Wasser aus dem Hahn setzt sich zu zwei Dritteln aus Grundwasser zusammen, das zumeist oberflächennahen und selten auch aus tieferen Wasservorkommen entnommen wird. Der Rest stammt aus Flüssen, Seen und Talsperren oder wird aus dem Uferboden gefiltert. Obwohl Grundwasser in der Regel eine gute Qualität aufweist, ist laut Umweltbundesamt (UBA) in vielen Regionen eine chemische oder physikalische Aufbereitung nötig. Oberflächenwasser muss dagegen laut UBA grundsätzlich aufbereitet werden. Ist die Qualität des Rohwassers nicht gut, setzen die Wasserversorger zum Beispiel Chlor oder Aktivkohle zur Aufbereitung und Desinfektion ein. Zurzeit sind laut Umweltbundesamt etwa 90 Stoffe und Chemikalien sowie 9 Desinfektionsverfahren dafür zugelassen. Durch regelmäßige Kontrollen ist gewährleistet, dass die Qualität des Leitungswassers mit den Vorschriften und Grenzwerten der Trinkwasserverordnung übereinstimmt. Über ein weitverzweigtes Rohrleitungsnetz gelangt das Wasser schließlich in die Haushalte. Bis zum Wasseranschluss jedes Gebäudes (der Wasseruhr) garantiert der Versorger die Qualität. Von dort bis zum Wasserhahn liegt die Verantwortung beim Hauseigentümer.

Mineralwasser ist ein „begin-of-the-pipe-Ansatz“, das heißt es muss an der Quelle einwandfrei sein und diese natürliche Qualität muss bis auf den Tisch des Verbrauchers erhalten bleiben. Leitungswasser ist hingegen ein „end-of-the-pipe-Ansatz“: So wie es beim Verbraucher an der Wasseruhr ankommt, muss es einwandfrei sein und gleichzeitig die Anforderungen erfüllen, die der Rohrleitungstransport und die vielfältigen Verwendungszwecke an die Zusammensetzung des Leitungswassers stellen. Dazu muss es in der Regel mehr oder weniger intensiv aufbereitet und verändert werden. Deshalb handelt es sich bei Leitungswasser um ein nicht naturbelassenes „technisches Produkt“ – im Gegensatz zum Naturprodukt Mineralwasser.

Jedes Mineralwasser ist einzigartig

Mineralwasser ist einst als Niederschlag ins Erdreich eingedrungen und über Jahrzehnte durch verschiedene Boden- und Gesteinsschichten gesickert. Diese haben das Wasser auf natürliche Art und Weise gefiltert und gereinigt, bis es letztlich mikrobiologisch einwandfrei ist. Auf seinem Weg nach unten hat das Regenwasser Mineralstoffe und Spurenelemente an sich gebunden und gespeichert, sodass es zu einem Mineralwasser wurde. Schließlich sammelt es sich in einem vor Verunreinigungen geschützten Hohlraum, von wo es nach oben gefördert werden kann.

Jedes Mineralwasser verfügt über eine einzigartige Zusammensetzung von natürlichen Mineralstoffen und hat einen typischen Geschmack. Das liegt daran, dass die Gesteinsschichten und -arten regional unterschiedlich beschaffen sind und zum Beispiel verschiedene Mineralien enthalten. Von der Wasser- und Bodentemperatur sowie der Fließgeschwindigkeit hängt wiederum ab, welche Mineralien und Spurenelemente das Wasser aus dem Gestein löst.

Jedes Mineralwasser einer Marke kommt immer aus derselben Quelle und darf nicht unter mehreren Marken gleichzeitig angeboten werden. Genauso, wie es aus der Quelle kommt, muss das Mineralwasser zur Bewahrung seiner natürlichen Reinheit noch vor Ort in die Flasche abgefüllt werden. Es ist nicht erlaubt, Mineralstoffe oder andere Wasserquellen beizumischen. Auch eine chemisch-physikalische Aufbereitung ist nicht erlaubt. Zugelassen ist lediglich, aus optischen beziehungsweise geschmacklichen Gründen, Eisen, Schwefel und Mangan zu entfernen. Auch die Regulierung des Kohlensäuregehalts ist gestattet.

Mineralwasser bedarf im Gegensatz zum Leitungswasser einer amtlichen Anerkennung. Welche Kriterien ein Wasser erfüllen muss, um als natürliches Mineralwasser gekennzeichnet und verkauft werden zu dürfen, ist gesetzlich in der Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO) geregelt.

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