Der Anteil von Mineralwasser an der gesamten öffentlichen Trinkwassernutzung in Deutschland beträgt knapp vier Promille

Die in Deutschland verfügbaren Wasserressourcen (= Wasserdargebot) gibt das Umweltbundesamtin seiner aktuellen Bilanz mit insgesamt 188 Milliarden Kubikmeter an; davon werden 24 Milliarden Kubikmeter durch Energieversorger, Bergbau und verarbeitendes Gewerbe (Industrie), Landwirtschaft und für die öffentliche Wasserversorgung genutzt. Allein auf die öffentliche Wasserversorgung entfielen etwa 5,2 Milliarden Kubikmeter (21,7 Prozent).

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes werden bundesweit insgesamt rund 65 Mio. Kubikmeter Wasser aus Grund- und Quellwasser für die Getränkeherstellung verwendet. Diese sind Bestandteil der unter Bergbau und verarbeitenden Gewerbe (Industrie) ausgewiesenen Wassermenge.

2019 wurden in Deutschland rund elf Millionen Kubikmeter natürliches Mineral- und Heilwasser abgefüllt. Das dafür verwendete Tiefengrundwasser-Volumen beträgt rund 16,5 bis 22 Millionen Kubikmeter, da der für die Bereitstellung des abgefüllten Mineralwassers benötigte Gesamtwasseraufwand laut Dr. Karl-Heinz Köppen* pro Liter bei Mineralbrunnen 1,5 bis 2 Liter (Nutzungsrate) beträgt. Die Nutzungsrate der Wasserversorgungsunternehmen beträgt nach Dr. Köppen 30 bis 50 Liter pro Liter Wasser zum menschlichen Verzehr.

Für die öffentliche Trinkwassernutzung in Deutschland werden durch die Wasserversorger jährlich 5,2 Milliarden Kubikmeter Wasser entnommen. Die für Mineralwasser pro Jahr genutzten Tiefengrundwasservolumen in Höhe von 16,5 bis 22 Millionen Kubikmeter entsprechen damit maximal 4 Promille der öffentlichen Wasserentnahme für die Trinkwassernutzung. Bezogen auf die jährliche Gesamtwassernutzung von 24 Milliarden Kubikmetern machen die für Mineralwasser genutzten Mengen nur 1 Promille des genutzten Wasservolumensin Deutschland aus.

Die elf Millionen Kubikmeter Mineralwasser werden ausschließlich, also zu 100 Prozent, zum Trinken und für die Zubereitung von Speisen verwendet. Die Menschen in Deutschland decken laut DGE-Ernährungsbericht (2020) der Deutschen Gesellschaft für Ernährung rund 30 Prozent ihres täglichen Flüssigkeitsbedarfs von 1,5 Litern mit Mineralwasser. Von den 125 Litern Pro-Kopf-Verbrauchan Trinkwasser aus der Leitung finden lediglich fünf Prozent zum Trinken und Kochen Verwendung. Der Rest des Trinkwassers aus der Leitung wird für Hygiene und Reinigung eingesetzt.

 

*Dr. Karl-Heinz Köppen in UPR – Umwelt und Planungsrecht, Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis: Wasserstress vorbeugen, Konflikte regeln: Trinkbare Ressourcen managen und im Grundwasser schützen – Teil II

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