Warum Mineralwasser durch die Abfüllung von der Quelle in die Flasche eine höhere Produktsicherheit garantieren kann als Leitungswasser aus dem Wasserhahn

In puncto Produktsicherheit kann Leitungswasser mit Mineralwasser nicht mithalten. Denn Mineralwasser ist durch die Glas- oder PET-Flasche von der Abfüllung bis zum unmittelbaren Verzehr vor Verunreinigungen geschützt. Die Risiken für Leitungswassertrinker sind hingegen größer, da über hauseigene Leitungen oder Armaturen Verunreinigungen stattfinden können, für die die Wasserversorger nicht die Verantwortung übernehmen.

Während die Wasserqualität, die die Wasserversorger in die Rohrleitung abgeben, nicht mit der Qualität aus dem Hahn übereinstimmen muss, erfüllt die bepfandete Glas- oder PET-Flasche konsequent die Forderung des Gesetzgebers, das Naturprodukt vor Verunreinigungen bis zum unmittelbaren Verzehr zu schützen. Nur ein direkt aus der Quelle in die Flasche abgefülltes Naturprodukt Mineralwasser garantiert deshalb dem Verbraucher ein Höchstmaß an qualitativer Produktsicherheit. Das vielfältige deutsche Mineralwasserangebot, ein Spiegelbild der geologischen Gegebenheiten und Regionen, bietet dem Verbraucher ernährungsphysiologisch unterschiedliche regionale Produkte natürlichen Ursprungs von höchster Reinheit und vollem Genuss.

Die Empfehlung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, verstärkt Leitungswasser zu konsumieren, verkennt sowohl den aus den Mineralstoffen resultierenden ernährungsphysiologischen Mehrwert von Mineralwasser als auch die in den Leitungen und Armaturen (Leitung, Wasserpartikelfilter, Perlator etc.) sowie im Verbraucherverhalten (Stagnationswasser) liegenden Risiken des Leitungswassers. Die Verantwortung der Wasserwerke für die Leitungswasserqualität endet an der Wasseruhr und geht danach an den Hauseigentümer über.

Vor diesem Hintergrund ist der wiederholt kolportierte Anspruch des Leitungswassers, das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland zu sein, ein nicht aufrecht zu erhaltender Mythos. Nach Erkenntnissen des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik (IGB) stellt das häusliche Leitungssystem – vom IGB auch als „Last Mile“ bezeichnet – ein erhebliches Risiko für die Wasserqualität dar. In 2015 kamen die Forscher zu dem Schluss, dass jede sechste von insgesamt 1.500 kontrollierten Trinkwasserproben aus dem Hahn von Privathaushalten über den zulässigen Grenzwerten liegt.

 

Grenzwerte bei Mineralwasser, das für die Zubereitung von Babynahrung geeignet ist, sind deutlich strenger als bei Leitungswasser

Die durch die Flasche garantierte Produktsicherheit gilt insbesondere auch für hochsensible Zielgruppen wie Säuglinge und Schwangere. Ein Mineralwasser, das eine entsprechende Eignung für Babynahrungstauglichkeit verspricht, muss außerordentlich strenge Auflagen erfüllen, die allesamt über den Vorgaben der Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO) liegen.

Hingegen lässt die für Leitungswasser gültige Trinkwasserversorgung (TrinkwV) eine bis zu 25-fach höhere Belastung des für die Zubereitung von Babynahrung geeigneten Leitungswassers zu, als es die entsprechenden Vorschriften für natürliches Mineralwasser vorschreiben. Während ein Mineralbrunnen, der die strengen zehn Parameter umfassenden, Vorschriften bei babynahrungsgeeignetem Mineralwasser auch nur in einem Kriterium, beispielsweise Nitratgehalt größer 10 Milligramm pro Liter, überschreitet, es sofort mit der Lebensmittelüberwachung zu tun bekommt und seine Ware nicht mehr in Verkehr bringen darf, kann Leitungswasser aus dem Hahn mit deutlich höheren Grenzwerten die Babynahrungstauglichkeit für sich beanspruchen.

So liegt der Grenzwert für Nitrat bei Leitungswasser bei 50 Milligramm pro Liter, während babynahrungsgeeignetes Mineralwasser aus gutem Grund einen gesetzlichen Grenzwert von 10 Milligramm pro Liter erfüllen muss.  Da Nitrat im Körper zu Nitrit umgewandelt werden kann, besteht bei Aufnahme größerer Mengen die Gefahr der Veränderung des Blutbildes und des Sauerstofftransportes im Blut. Davon sind insbesondere Säuglinge in den ersten fünf Monaten gefährdet, da diese generell wenig Magensäure haben.

Aktuell hat die EU-Kommission Deutschland wegen zu großer Mengen Nitrat im Grundwasser verklagt und fordert schärfere Regeln für den Einsatz von Düngemitteln. Nitrathaltiges Grundwasser muss teuer aufbereitet oder mit weniger belastetem Wasser verschnitten werden.

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